Theophyllin - Euphylong©
Klasse: Methylxanthine
Dynamik
Siehe zum Vergleich auch {{PC:Adenosin}}.
- Hemmung der Phosphodiesterase in glatten Muskelzellen, cAMP-Konzentration steigt an
- Antagonist am Adenosin-A1-Rezeptor
- Bronchiodilatation, evtl. auch Entzündungshemmung
- kardiale Erregung (antagonisiert die Adenosinwirkung)
- erregend im Gehirn und Kreislauf- und Atemzentrum
- Vasokonstriktion der Hirngefäße
- Diurese (beedingt durch Vasodilatation)
Kinetik
- kann nicht inhalativ eingenommen werden; orale oder intravernöse Gabe sind möglich
- Plasmaproteinbindung ca. 60%
- Halbwertszeit ca. 3-9h
- Biotransformation in der Leber über Cyp1A2
- geringe therapeutische Breite!
Anwendung
- Anfallsprophylaxe (Standardtherapie ab Stufe 3) bei Asthma bronchiale und obstruktiven Atemwegserkrankungen (oral), allerdings gibt es bis jetzt wenig Studienevidenz
- intravenös zur Therapie des Status asthmaticus
Kontraindikationen
- akuter Myokardinfarkt
- tachykarde Arrhythmie
- instabile Angina pectoris
- schwere Hyperonie
- Hyperthyreose
- Leber- oder Nierenfunktionsstörungen (Kumulation)
- Magen-Darm-Ulzera
- Epilepsie
Nebenwirkungen
- Kopfschmerzen, Erregungszustände
- Krampfanfälle bei Überdosierung
- gastrointestinal:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Durchfall
- ösophagealer Reflux
- Herz und Kreislauf:
- Tachykardie
- ventrikuläre Arrhythmien
- starker Blutdruckabfall
- Hypokaliämie
- Hyperglykämie
- Hyperurikämie
Wechselwirkungen
- Rauchen, hohes Lebensalter, Herzinsuffizienz, Influenza (Virusinfektion und Schutzimpfung), Lungenentzündung, orale Kontrazeptiva, Makrolidantibiotika, Gyrasehemmer, Calcium-Antagonisten, Propranolol, Cimetidin, Allopurinol u.a. sind Stoffe bzw. Faktoren, die zu erhöhten Theophyllinspiegeln führen. Plasmaspiegelkontrollen empfohlen!
- Barbiturate, Carbamazepin und Phenytoin erhöhen die Theophyllinspiegel.
- Xanthinhaltige Medikamente, Betasympathomimetika, Coffein u.a. verstärken die Wirkung von Theophyllin.
Schwangerschaft und Stillzeit:
Theophyllin passiert die Plazenta und geht in die Muttermilch über, daher sollte es während einer Schwangerschaft und während der Stillzeit nur bei strenger Indikationsstellung angewandt werden.
Strukturformel:
