Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid - Atrovent, Itrop, Spiriva, (Berodual)©

Klasse: Parasympatholytikum

Inhalative Bronchospasmolytika zur Behandlung von COPD und Asthma

Dynamik 

  • Ipratropium: unselektiver M2-M3-Rezeptor-Hemmer
  • Tiotropium: selektiver M1-M3-Rezeptor-Hemmer
  • dadurch parasympatholytische Wirkung
  • Da inhalative Gabe bleibt Wirkung hauptsächlich auf Bronchien beschränkt: akute Hemmung einer vagusvermittelten reflektorischen Bronchokonstriktion (z.B. durch kalte Luft oder Rauch hervorgerufen)

Kinetik

  • langsamer Wirkungseintritt
  • keine Penetration ins ZNS
  • geschätzte systemische Bioverfügbarkeit nach Inhalation: I: 7-28%, T: 20%, kaum Resorption aus den Bronchien!
  • t1/2: I: 2-4 h, T: 5-6 d, da sehr feste Bindung an Rezeptor (Beachte: t1/2 ist der Hauptunterschied der beiden Substanzen!) 

Indikationen 

  • COPD, hierbei eignet sich Tiotropiumbromid wh seiner langen HWZ besonders zur Dauerbehandlung
  • Akutintervention bei reflektorisch getriggerter Bronchokonstriktion bei Asthmatikern 
  • meist nur in Kombination wirksameren Therapeutika (z.B. Fenoterol: ß2-Sympathomimetikum) eingesetzt, da geringere Wirksamkeit (Berodual), außerdem kann Parasympathikusbeteiligung bei der obstruktiven Reaktion von Pat. zu Pat. unterschiedlich sein
  • die beiden Wirkmechanismen (Sympathikusstimulierung und Parasympathikushemmung) addieren sich
außerdem: 
  • Ipratropium: oral auch bei bradykarden Rhythmusstörungen und vagal bedingter Bradykardie (Itrop)

 

Nebenwirkungen 

  • Sehr beschränkt durch die lokale inhalative Anwendung und die geringe Resorption
  • gelegentlich Auftreten von: Mundtrockenheit, Obstipation, Harnverhalten, Tachykardie, Mydriasis
  • Relevante kardiale Nebenwirkungen treten nicht auf!!!

bei oraler Anwendung:

  • Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Obstipation, selten tachykarde Herzrhythmusstörungen 


 

 

Struktur

quaternisiertes Atropin-Derivat, positiv geladener Stickstoff, damit Penetration durch Lipidbarrieren stark vermindert 

                     

        Ipratropiumbromid                                    Tiotropiumbromid

 

Übrigens: Tiotropiumbromid erhielt 2005 den "Robert-Koch-Award" (Auszeichnung für in der Praxis bewährte innovative Medikamente)

 Anticholinergika, m-Cholinozeptor-Antagonist