Furosemid - Diurapid/Furanthril/ Lasix/Ödemase/Fusid/Furorese©

Klasse: Schleifendiuretika

Dynamik

  • hemmt reversibel Na+/K+/2Cl--Transporter im aufsteigenden Teil der Henle-Schleife
  • wirkt nur von luminaler Seite, möglicherweise durch Anlagerung an Cl--Bindungsstellen
  • Verringerte Na+-Retention → kein osmotischer Gradient 
  • in hohen Dosen: Stimmulation der Prostaglandinsynthese der Niere → venöse Dilatation
  • WIRKSAMSTE DIURETIKA (high-ceiling-diuretika

Kinetik

  • orale Bioverfügbarkeit: 50-60%
  • Wirkung inerhalb einer Stunde, Wirkdauer 4-5h
  • in Plasmakonzentration keine Wirksamkeit (→ meist gut verträglich)
  • über Säuretransportsystem ins Lumen des prox. Tubulus, mit Harnkonzentrierung wird wirksame Konzentration erreicht (5-10 fache Plasmakonzentration)
  • HWZ= 1h (kurzwirksames Schleifendiuretikum)
  • hohe renale Eliminationsrate (50-70%)

Anwendung

  • Kurz- und Langzeitbehandlung von Ödemen (kardial, renal, hepatisch)
  • akutes, kardiales Lungenödem (nach Herzinfarkt, i.V. appliziert, in hohen Dosen)
  • bestimmte Formen des Hirnödem
  • art. Hypertonie
  • Aszites
  • Erhaltung einer Restdiurese bei schwerer Niereninsuffizienz (auch unter Dialyse), ACHTUNG: langsamer Ausgeschieden → Gefahr toxischer Konzentrationen
  • forcierte Diurese bei Vergiftungen (in Kombination mit Elektrolytlösung)

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft/ Stillzeit
  • Diabetes → Gefahr von Hyperglykämien
  • Anurie (<200ml/d)
  • Hypotonie/ Hypovolämie/ Hyponatriämie/ Hypokaliämie

Nebenwirkungen

  • Folgen von Elektrolytverschiebungen (va. K+-,  Na+- und Mg2+- Verluste)
  • kardiale Arrhythmien
  • Volumenmangel → orthostatischer Blutdruckabfall
  • Wadenkrämpfe
  • Exsikkose
  • Nephrolithiasis durch erhöhte Ca2+- und Mg2+-Konzentration im Harn
  • erhöhte Blutviskosität → Thrombosegefahr

Wechselwirkungen

  • nicht-steroidale Antirheumatika hemmen Prostaglandinsynthese und schwächen so die Wirkung
  • Hypokaliämie erhöht die Wirkung von herzwirksamen Glykosieden
 
Ototoxizität:
  • bedingt ototoxisch → Innenohrstörungen durch Hemmung des Kaliumtransport in die Endolymphe (selten)
  • in Wechselwirkung mit Aminoglykosieden: ototoxisch
Beimischung von Carboanhydrasehemmern:
  • vorher (Etacrynsäure) häufige Nebenwirkung:-Ansäuerung des Harns und systemische hypochlorämische Alkalose
  • Ursache: Kompensation der verminderten Na+-Retention durch Carboanhydrasemechanismus im distalen Tubulusabschnitt (Na+/H+-Antiporter)
Hemmung des tubologlomerulären Feedback (TGF):
  • Hemmung der Na+/K+/2Cl--Kotransporter der Macula-densa-Zellen
  • Sensor für TGF fällt aus
  • keine Senkung der glomerulären Filtrationsrate, eher gegenteilig
REBOUND-Effekt
  • sinkt Furosemid-Konzentration unter die wirksame Konzentration greifen Gegenregulationsmechanismen→ Hypovolämie:Aktivierung des sympathikoadrenalen System und des Renin-Angiotensin-Aldosteron-System
  • Ausscheidungsvolumen sinkt unter die Werte vor Furosemidapplikation → REBOUND
  • Kombination mit wesentlich schwächer anflutenden Thiaziddiuretika

 

 Schleifendiuretika/ Diuretika/ototoxisch/Diurapid/Furanthril/ Lasix/Ödemase/Fusid/Furorese