Carbachol - Carabamann, Isopto-Carbachol©
Klasse: direktes Parasympathomimetikum
Direkt wirkendes Parasympathomimetikum/Cholinergikum, enger Strukturverwandter des Acetylcholins, Cholinester der Carbamoylsäure
Stimuliert hauptsächlich Muscarin-, aber auch Nikotinrezeptoren
Dynamik
Interaktion zwischen Carbachol und Muskarinrezeptor aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit zu Acetycolin;
Organwirkungen:
- Herz: Verlangsamung der Schrittmacherpotentiale im Sinus-Knoten (negativ chronotrop), Verlängerung der Überleitungszeit im AV-Knoten (negativ dromotrop), Verminderung der Kontraktilität des Vorhofmyokards (negativ inotrop); Verkürzung des Aktionspotentials und der Refraktärperiode
- Lunge: Kontraktion der glatten Muskulatur von Trachea und Bronchien
- Verdauungstrakt: Anregung der Speichel- und Magensaftproduktion, Kontraktion des Darms und der Gallenblase, Erschlaffung der Sphinkteren
- Harnblase: Kontraktion des M.detrusor
- Auge: Kontraktion des M.sphincter pupillae ð Miosis, Kontraktion des M.ciliaris ð Nahakkommodation, Erweiterung des Schlemm-Kanals, Verbesserung des Kammerwasserabflusses
- Außerdem: Blutdruckabfall, Steigerung der Schweißsekretion
Kinetik
- Stark polare Verbindung, deshalb keine Penetration der Blut-Hirn-Schranke und keine Resorption im Darm
- Wirkung bei systemischer Verabreichung auf Peripherie beschränkt
- KEIN Abbau durch Cholinesterase, deshalb viel längere Wirkdauer als Acetylcholin
- t1/2 ca 8 h
Anwendung
- nur noch lokal am Auge bei Glaukom oder in der Kataraktchirurgie
Kontraindikationen
- Herzinsuffizienz (negativ inotrope und chronotrope Wirkung!!!)
- Asthma Bronchiale (Bronchospasmus!)
- Gleichzeitige Gabe von Beta-Blockern (Störung der atrioventrikulären Überleitung)
Nebenwirkungen
- Selbst bei lokaler Applikation systemische muscarinähnliche Wirkungen möglich (siehe auch Organwirkungen)
- z.B.: Speichelfluss, Bronchospasmus, Spasmen im Gastrointestinaltrakt, Diarrhoe, Bradykardie, Blutdruckabfall, Harndrang, vermehrte Schweißsekretion
Weitere Nebenwirkungen
- bei sehr hoher Dosierung auch nicotinähnliche Nebenwirkungen wie Muskelzittern, Spasmen, Lähmungen
- sowie Lähmung von vegetativen Neuronen
- im ZNS: Weckreaktion, Aktivierung des Atemzentrums, bei weiterer Dosissteigerung Lähmung
Struktur
- Besitzt quaternären Stickstoff sowie 2 elektronegative Sauerstoffatome, daraus resultiert charakteristische Ladungsverteilung, die wichtig ist für Interaktion mit Rezeptor
- Anlagerung des quaternären Stickstoffs und des Ester- oder Carbonyl-Sauerstoffs an Seitenketten bestimmter Aminosäuren in der Rezeptorbindungstasche
Zum Vergleich: