Metoprolol - Beloc, Lopresor©

Klasse: Betablocker

Dynamik

  • Senkung des Sympathikotonus durch Blockade von ß-Rezeptoren.
  • Je höher der Sympathikotonus, um so größer ist die nagativ chronotrope, dromotrope, inotrope und bathmotrope Wirkung der Beta-Blocker.
  • Der Sauerstoffverbrauch des Herzens wird gesenkt.
  • Kardioprävalenz: Die Affinität von Metoprolol zu ß1-Rezeptoren ist 20-50 mal größer, als die Affinität zu ß2-Rezeptoren. ß2-Rezeptoren werden dadurch erst bei hohen Konzentrationen blockiert.
  • Metoprolol besitzt keine "intrinsic sympathomimetic activity (ISA)".

Kinetik

Zum Vergleich siehe {{PC:Bisoprolol}}.

  • Wirkstoff steht zur intravenösen und zur oralen Gabe zur Verfügung
  • kurzwirksam
  • ausschleichend absetzten, um überschießenden Sympatikotonus zu vermeiden
  • Bioverfügbarkeit ca. 30-50%
  • maximale Plasmaspiegel nach ca. 2h
  • Metabolismus in der Leber über Cyp2D6, dabei enstehen u.a. zwei wirksame Metabolite
  • Plasmahalbwertszeit 3-4h
  • hydrophob, ZNS-gängig
  • zu 95% renal eliminiert

Anwendung

  • leichte und mittelschwere essenzielle oder renale Hypertonie (Kombinationstherapie mit Saluretika)
  • chronische Herzmuskelinsuffizienz (Kombinationstherapie bei NHYA II, III, (IV))
  • chronisch stabile und instabile Angina pectoris
  • Akuttherapie bei Myokardinfarkt, wenn der Patient hämodynamisch stabil ist
  • Re-Infarkt Prophylaxe nach Myokardinfarkt
  • supraventrikuläre tachykarde Arrhythmien
  • allgemein bei erhöhtem kardialem Sympathikotonus
  • Anfallsprophylaxe bei Migräne

Kontraindikationen

  • AV-Block II- und III-Grades
  • dekompensierte Herzmuskelinsuffizienz
  • Bradykardie (<50/min)
  • kardiogener Schock
  • obstruktive Atemwegserkrankungen, Asthma bronchiale
  • schlecht eingestellter Diabetes mellitus, metabolische Azidose
  • schwere hypotone Zustände

Nebenwirkungen

  • Herz und Kreislauf
    • Bradykardie
    • Asystolie
    • Arrhythmien
    • AV-Überleitungsstörungen
    • Hypotonie
    • Kältegefühl an Händen und Füßen
  • Atemwegsobstruktion, Asthma-Anfall
  • gastrointestinale Störungen
  • Hyperkaliämie
  • Wasser- und Kochsalzretention
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit
  • Halluzinationen, Schlaflosigkeit
  • immunologische Reaktionen
  • Verschleierung von Warnsymptomen bei Hypoglykämie, Verschlechterung einer diabetischen Stoffwechsellage (selten)

Wechselwirkungen

  • Verapamil, Diltiazem, Antiarrhytmika, Narkosemittel, herzglykoside u.a. verstärken die kardiodepressive Wirkung.
  • Werden gemeinsam mit Metoprolol MAO-Hemmstoffe oder Cimetidin gegeben kommt es zu erhöhten Metoprololspiegeln im Plasma.
  • Die gleichzeitige Gabe von Vasodilatatoren, Psychopharmaka u.a. führt zu verstärkter Blutdrucksenkung.
  • Gleichzeitige Gabe von Insulin und oralen Antidiabetika erhöht die Gefahr einer Hypoglykämie.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während einer Schwangerschaft und in der Stillzeit ist Metoprolol nur bei strenger Indikationsstellung und unter ärztlicher Kontrolle anzuwenden.

Strukturformel:

 

 Betablocker, Sympatholytika