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EthanolEthanol (veraltet: Ethylalkohol, Äthanol, Äthylalkohol) wird umgangssprachlich auch als "Alkohol" bezeichnet. 

Ethanol als Droge

Kinetik:

  • gute Resorption im gesamten Magen-Darmtrakt (beginnend in der Mundschleimhaut); wird beschleunigt durch Zucker, Hitze, CO2 (bspw. Cocktail, Grog, Sekt) und verlangsamt durch Fett
  • großes Verteilungsvolumen durch hohe Lipophilie
    Metabolisation durch Leberenzyme (Alkoholdehydrogenase, Acetaldehyddehydrogenase; bei hohem Konsum auch mikrosomales Ethanol oxidierendes System MEOS) mit einer Kinetik 0. Ordnung
Dynamik:
  • Wechselwirkung mit einer Vielzahl von Membranproteinen und Enzymen u.a. Rezeptorvermittelte Stimulation der cAMP Kaskade durch Anstieg von extrazellulärem Adenosin (einerseits durch Blockade von Adenosin Rezeptoren und zum anderen durch Umstellung des Leberstoffwechsels)
  • Hemmung der Ausschüttung von ADH (-> vermehrter Harndrang)
Folgen des Alkoholkonsums:
 
akut
  • emotionale & psychische Enthemmung
  • Verlangsamung der Reaktionsfähigkeit
  • Verlust der Bewegungsfähigkeit, der Koordination und Reflexe
  • Plaudersucht, Stottern, Lallen
  • Erbrechen, schwere Gleichgewichtsstörungen
  • Atemhemmung
  • Verlust des Bewusstseins
  • Tod durch Aspiration oder Kreislaufversagen

chronisch 

  • Fettleber
  • Hepatitis
  • Pankreatitis
  • alkoholtoxische Kardiomyopathie
  • erhöhtes Krebsrisko (Leber, Mund, Ösophagus)
  • soziale Ausgrenzung 

Verwendung von Ethanol in der Medizin

  • als Trägermittel bzw. Lösungsmittel für Substanzen, die in Wasser nur sehr schlecht löslich sind
  • Desinfektionsmittel (stark konzentrationsabhängige Anwendungsmöglichkeiten)
  • Verödung von Tumoren
  • zur Behandlung von Methanolvergiftungen (s.u.)
  • akute Behandlung von Entzugserscheinungen bei schwerer Alkoholsucht (bspw. Delirium tremens)
  • lokal: Kühlung & Durchblutungssteigerung

 

Behandlung einer Methanolvergiftung

Die Behandlung einer Methanolintoxikation erfolgt über eine Unterbindung des Methanolmetabolismus, z. B. durch Gabe von Ethanol (0,7 g Ethanol pro kg Körpergewicht), wodurch der Methanolabbau kompetitiv gehemmt wird). Der Methanolabbau kann durch  die Gabe von Folsäure gefördert werden.

Die mit einer Methanolvergiftung oft einhergehende Acidose kann durch Gabe von Natrumhydrogencarbonat behandelt werden.

Gegebenenfalls ist eine Hämodialyse notwendig.