Diclofenac - Voltaren©

Klasse: Nicht-Opioidanalgetika

Dynamik

  • analgetisch
  • antiphlogistisch
  • antipyretisch

Kinetik

  • maximale Plasmaspiegel nach 2h
  • Plasmaproteinbindung über 99%
  • Plasmahalbwertzeit 1,5h
  • Metabolisierung durch Hydroxylierung

Anwendung

  • akuten Arthritiden (Gelenkentzündungen), einschließlich Gichtanfall
  • chronischen Arthritiden, insbesondere rheumatische Arthritis
  • M. Bechterew und andere entzündlich-rheumatische Wirbelsäulenerkrankungen
  • entzündlichen weichteilrheumatischen Erkrankungen
  • schmerzhaften Schwellungen und Entzündungen nach Verletzungen

Kontraindikationen

  • Blutbild- und Gerinnungsstörungen
  • Magen- und Darmulzera
  • gastrointestinale Blutungen, Hirnblutungen o.a. aktive Blutungen
  • Jugendliche unter 15 Jahre
  • Schwangere im letzten Drittel

Nebenwirkungen

  • gastrointestinale Beschwerden
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Durchfall
    • geringfügiger Magen-Darm-Blutverlust
    • Verdauungsstörungen, Blähungen, Bauchkrämpfe
    • Magen- und Darmulzera
    • Blut im Erbrochenen oder Stuhl, Stuhl schwarz (selten)
  • Zentralnervöse Störungen
    • Kopfschmerz
    • Reizbarkeit, Erregung
    • Müdigkeit und Benommenheit (Straßenverkehr und Bedienung von Maschinen untersagt)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (jucken, Ausschlag)
  • Nierenschädigungen bis hin zu Nierenfunktionsstörungen
  • Leberschäden

Wechselwirkungen

  • Arzneimittel, bei denen die Konzentration beeinflusst wird:
    • Digoxin (Erhöhung)
    • Phenytoin (Erhöhung)
    • Lithium (Erhöhung)
    • Diuretika (Erniedrigung, Vorsicht bei kaliumsparenden, evtl. Spiegel messen)
    • Antihypertonika (Erniedrigung)
  • Vorsicht bei anderen gerinnungshemmenden Substanzen (Diclofenac könnte die Gerinnungshemmung verstärken)
  • Verstärkung der Nierenschädigung nach Ciclosporingabe
  • Kontrolle des Blutzuckerspiegels, Dosis muss evtl. angepasst werden

Standard, Magen-/Darmulzera, cave Hypertonie, Herzinsuffizienz

Diclofenac gehört zur selben Gruppe von Analgetika wie Aspirin, den sauren antiphlogistisch antipyretischen. Diese haben vor allem in Wirkungen und Nebenwirkungen vieles gemein, wobei die gastrointestinalen Nebenwirkungen mit Blutungserscheinungen und Ulceren wohl die wichtigsten darstellen, neben renalen und bronchospastischen Effekten. Außerdem haben sie eine blutverdünnende Wirkung gemeinsam, die sich im Mechanismus ein wenig unterscheiden. Daher ist von diesen nur Acetylsalicylsäure positiv indiziert für die gerinnungshemmende Behandlung, während eine Auswirkung von Diclofenac kaum beobachtet wurde.

Erwähnenswert ist wohl auch, dass unter den 10 umsatzstärksten Medikamenten in Deutschland Diclofenac von verschiedenen Firmen 4 mal vertreten ist. Es gilt in Deutschland als das Standardtherapeutikum gegen rheumatische Beschwerden und Sportverletzungen.

Strukturformel:

 NSAR, Diclo,