Paracetamol - Benuron©
Klasse: Nicht-Opioidanalgetika
Dynamik
- Analgetisch
- Antipyretisch
Kinetik
- rasche, vollständige Resorption
- Bioverfügbarkeit 70-90%
- maximale Plasmakonzentration 1-2h, bei Zäpfchen 2-4h; wirkt Oral also schneller als Zäpfchen
- HWZ 1-3h
- Wirkungsdauer 2-4h
- Metabolisierung in der Leber 80%
- unveränderte renale Ausscheidung 0-5%
Anwendung
- leichte bis mittlere Schmerzen
- leichtes Fieber, bei Kleinkindern Zäpfchen
- auch bei Schwangeren anwendbar, wenn möglich aber ausweichen auf andere Präparate, da Paracetamol die Plazenta passiert und in die Muttermilch übergeht
Kontraindikationen
- bei vorhandenem Leberschaden
- Nierenerkrankungen
- Mangel an Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase
- Neugeborenen
- Alkoholabhängigkeit (Verstärkung der lebertoxischen Wirkung)
Nebenwirkungen
- Nieren- und Leberschädigungen bei chronischer Einnahme
- allergische Reaktionen sehr selten
- selten toxische Hepatosen
- bei Überdosierungen schwere Leberschäden und Nierenversagen
- Übelkeit und Erbrechen als frühe Anzeichen einer Vergiftung
akute Vergiftungen
- Magenwaschung zur Vermeidung andauernder Resorption
- SH-Gruppen enthaltende Stoffe wie Cysteamin (UAW!), L-Cystein (ACC) sowie N-Acetylcystein (NAC, wahrscheinlich die beste Alternative)
Paracetamol wirkt im Gegensatz zu den NSAIDs in den üblichen Dosen kaum COX-hemmend. Daher unterscheiden sich die Nebenwirkungen, v.a. im Gastrointestinalbereich, wesentlich von den sauren Analgetika. Der genaue Wirkmechanismus ist noch nicht geklärt, man weiß aber, dass nichtsaure antipyretische Analgetika wie Paracetamol schnell die Blut-Hirn-Schranke penetrieren und auf Rückenmarksebene und in übergeordneten zentralnervösen Zentren die durch nozizeptive Stimuli hervorgerufene Prostaglandinfreisetzung gehemmt wird. Welcher Mechanismus jedoch genau für die Wirkung verantwortlich ist, wurde noch nicht geklärt.
Von allen Analgetika scheint Paracetamol das Präparat mit den geringsten Nebenwirkungen darzustellen. Da es jedoch heutzutage wie so viele Analgetika in Kombination mit anderen Präparaten im Handel ist, können oftmals Nebenwirkungen nicht explizit auf einen Inhaltsstoff übertragen werden. Generell ist anzumerken, dass die Kombination von verschiedenen antipyretischen Analgetika mit Coffein, Vitaminen, Schlafmitteln und anderen voraussichtlich keine Wirkungssteigerung erzielt wird, eher wird die Zahl der UAWs häufiger. Durch die Gabe von Coffein ist u.a. eine Erhöhung der Abhängigkeit nicht auszuschließen. Kombinationen aus 2 antipyretischen Analgetika mit unterschiedlichem Wirkungsprinzip sind bei chronischen Schmerzen evtl. indiziert, bevor eine fixe Kombination mit Codein angewandt wird. Für eine solche Medikation besteht weder die Gefahr einer speziell erhöhten Nephrotoxizität noch eine erhöhte Häufigkeit unspezifischer oder spezifischer Nebenwirkungen.
Formel von Paracetamol:
