Metformin - Diabesin©
Klasse: Orale Antidiabetika
Dynamik
- Senkung des basalen und postprandialen Blutzuckerspiegels durch
- Senkung der Glukoseproduktion in der Leber durch Hemmung der Glukoneogenese und der Glykogenolyse
- Erhöhung der Insulinempfindlichkeit in der Muskulatur und damit Verbesserung der peripheren Glukoseaufnahme und -verwertung
- Hemmung der intestinalen Glukoseabsorption
- Senkung des Gesamtcholesterins, des LDL und der Triglyceride
- Stimuliert die intrazelluläre Glykogensynthese durch Wirkung auf die Glykogensynthase
- keine Hypoglykämie
Kinetik
- maximale Konzentration nach 2,5h (oral)
- absolute Bioverfügbarkeit oral 50-60%
- mittlere Plasmahalbwertzeit 1,5-4,5h
- 20-30% unveränderte Ausscheidung im Fäzes, de Rest unverändert renal
- Verzögerte und verringerte Aufnahme von Metformin bei Nahrungsaufnahme
- kaum Plasmaproteinbindung (unter 10%), aber Verteilung in Erythrozyten
- Eliminationshalbwertzeit 6,5h
Anwendung
- Als Mittel der ersten Wahl nach Versagen diätischer Maßnahmen, v.a. bei übergewichtigen Typ-2-Diabetikern
- In Kombination mit anderen oralen Antidiabetika oder Insulin
Kontraindikationen
- diabetische Ketoazidose, diabetisches Koma
- Nierenversagen oder Störung der Nierenfunktion
- Iodhaltige Kontrastmittel
- akute Zustände, die zur Beeinträchtigung der Leberfunktion führen können, wie z.B. Dehydratation, Infektionen, Schock
- akute oder chronische Erkrankungen, die zu einer Gewebshypoxie führen können, wie z.B. kardiale oder respiratorische Insuffizienz, frischer Myokardinfarkt
- Leberinsuffizienz, Alkoholismus
- Stillzeit
Nebenwirkungen
- Laktatazidose ist eine sehr seltene, aber bei unzureichender Behandlung sehr dramatische UAW mit hoher Mortalität. Sie kommt v.a. bei Patienten mit Niereninsuffizienz vor, kann aber auch durch andere Risikofaktoren induziert werden
- Geschmacksveränderungen
- Gastrointestinale Nebenwirkungen, die durch einschleichende Therapie vermindert werden können
Bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes, dem immerhin 95% der Diabetiker insgesamt zugeschrieben werden, wird schrittweise therapiert und vor allem auf die Einhaltung bestimmter Parameter, v.a. des HbA1c, geachtet. Der HbA1c-Wert ist ein Maß für den Langzeitblutzuckerspiegel. An ihm kann man erkennen, ob der Patient auf die Behandlung anspricht und ob er richtig eingestellt wurde. Angestrebt wird ein Wert unter 6,5%. Wie man bei der Behandlung des Typ-2-Diabetes vorgeht wird in einem Stufenplan (s.unten) deutlich gemacht. Man muss jedoch durch die Entwicklung neuer Antidiabetika in letzter Zeit auf die veränderten Therapiemöglichkeiten kurz eingehen. So ist seit September 2006 Exenatide, ein Inkretinmimetikum zur Injektion zugelassen. Diese wird nicht von der Dipeptidyl-Peptidase IV abgebaut und wirkt sich positiv auf die postprandiale Insulinausschüttung aus ohne die Gefahr einer Hypoglykämie. Desweiteren hat es einen positiven Effekt auf das meist mit Typ-2-Diabetes einhergehendem Übergewicht gezeigt. Studien deuten auch an, dass es zu einem Schutz bzw. verzögertem Untergang der B-Zellen beiträgt.Ähnlich wirken oral applizierbare DPP-IV-Hemmer, welche den Abbau des körpereigenen Inkretins verhindern und dadurch postprandiale Blutzuckermaxima verringern. Wie diese Stoffe sich in die Therapie einbringen, wird sich zeigen.