Suxamethonium, Succinylcholin - Lysthenon, Pantolax©
Klasse: Depolarisierendes Muskelrelaxanz
Suxamethonium ist ein Agonist am nicotinischen Acetylcholinrezeptor der Muskelendplatte.
Dynamik
Funktionsmechanismus:
- Aktiviert Ionenkanal, daraufhin Depolarisation der Muskelmembran (bei i.v. Applikation von Suxamethonium ein wesentlich langsamerer Prozess als bei physiologischer Freisetzung von Ach)
- Dauerdepolarisation, zunächst Verursachen eines kurzen Muskelzuckens
- lange Verweildauer am Rezeptor, dadurch Sensitisierung des Rezeptors, keine Repolarisation möglich
- langsame Abdissoziation
Wirkung:
- Lähmung der quergestreiften Muskulatur angefangen bei den Akren und Extremitäten bis zur Atmung
Ablauf:
- Phase I-Block: Unmittelbar nach Applikation: Faszikulationen (unkoordinierte Erregungen) einzelner Muskelgruppen, bes. der äußeren Augenmuskulatur, dann Erschlaffung
- Phase II-Block: nach wiederholter Injizierung tritt Blockade schließlich ohne Depolarisation auf
Kinetik
- Sehr langsame Resorption (großes Molekül, hydrophil)
- Keine Penetration der Blut-Hirn-Schranke und der Plazentaschranke
- Sehr kurze Wirkdauer: 7-12 Minuten, da Spaltung durch unspezifische Serumcholinesterase
- Vollständiger Wirkungseintritt bereits nach mindestens 2 Minuten
- t1/2 2-10 min
Indikationen
- Ergänzung von Narkotika in der Anästhesie
- Einsatz bei: Intubation, Operation, Bronchoskopie, Elektrotherapie (z.B. Defibrillation)
- zentralnervöse Krämpfe
- Tetanus
Kontraindikationen
- Längere Bettruhe
- Polytrauma
- Verdacht auf maligne Hyperthermie
- Myotonien, Muskeldystrophie
- CAVE: Bei Kindern, Jugendlichen und Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen u.U. Gefahr eines Herzstillstandes! Unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen nur Gabe bei Erforderlichkeit einer sofortigen Intubation
Nebenwirkungen
- Zunahme des Strömungswiderstandes in den Atemwegen durch Histaminfreisetzung
- Anstieg des Blutdrucks durch Stimulation sympathischer Ganglien
- In hohen Konzentrationen Stimulation von Muskarinrezeptoren, Rhytmusstörungen, z.B. Bradykardie
- Hyperkaliämie durch Dauerdepolarisation an der Muskelendplatte
- Maligne Hyperthermie bei entsprechender Disposition
- durch Faszikulationen muskelkaterartige Beschwerden
Struktur
Vergiftung
- Bei genetisch bedingtem Defekt der Serumcholinesterase (Häufigkeit 1:2500) kann Wirkung von Suxamethonium Stunden dauern!!!
- Antidot: i.v.-Gabe von Serumcholinesterase
Gebrauch des Suxamethoniums ist zugunsten der nicht depolarisierenden Muskelrelaxanzien (z.B. {{PC:Atracurium}}, {{PC:Pancuronium}}) stark zurückgegangen aufgrund der vielen Nebenwirkungen