Norfloxacin - Barazan©

Klasse: Fluochinolon

Dynamik

  • Norfloxacin ist ein Fluochinolon und gehört zur Klasse der Gyrasehemmer (1. Generation)
    • Es hemmt die Topoisomerase II, die die bakterielle DNA trennt und spiralisiert.
    • Dadurch mechanische Instabilität der Zellwand, bakterizide Wirkung.
  • Toxizität und Keimwirkung
    • Die menschliche DNA hat eine andere Konfiguration und wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.
    • Wirkminderung durch: anaerobes, saures Milieu, langsames Bakterienwachstum, Chelatbildung mit Metallionen und Proteinsynthese-Inhibitoren
    • Norfloxacin wirkt nur gegen gram- Keime, aber auch Chlamydien.

Kinetik

  • Die orale Bioverfügbarkeit beträgt nur ca. 45%
  • Die Plasma-HWZ beträgt 3 bis 4 h
  • Die Plasmaeiweißbindung ist sehr gering (ca. 15%)
  • Meist werden Chinolone hydroxyliert und glukoronidiert und renal eliminiert.
  • Die tubuläre Sekretion von Chinolonen ist durch Probenecid hemmbar.
  • Im Urin sind wirksame Konzentrationen vorhanden (50%), der Liqour wird nicht erreicht.
  • Erreicht im Gewebe keine therapeutisch wirksamen Konzetrationen.

Klassische Indikationen:

Aufgrund der schlechten Gewebepenetration erfolgt die Anwendung nur bei: 

  • Harnwegsinfektionen und urogenitale Infektionen
  • topisch bei Augeninfektionen

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Kinder bis 16 Jahre
  • Epilepsie

Wechselwirkungen

  • erhöhte Spiegel von Theophyllin, Ciclosporin
  • erhöhte Krampfbereitschaft bei NSAID
  • verminderte Resorbtion bei Gabe mineralischer Antazida

Nebenwirkungen

  • Gastro-intestinale Störungen (8-15%)
  • Nervensystem (Hemmung der Bindung von GABA an den GABA-Rezeptor):
    • Verwirrtheit
    • Erregbarkeit
    • Krämpfe
    • Halluzinationen
    • Schlafstörungen
  • Knorpelschäden, Arthropathie, Tendinitis
  • Allergie, Photodermatose
  • Blutbildveränderungen (Anämie, Leukozytopenie)
  • Nebenwirkungen durch CYP4A4-Hemmung
  • Bei Glucose-6-DH Mangel kann es zur hämolytischen Anämie kommen

Resistenzsituation

  • Partielle Kreuzresistenz zu anderen Chinolonen.
  • Die Resistenzentwicklung schreitet langsamer voran als bei nicht-flourierten Chinolonen.
  • Einige Kokkenarten haben eine primäre Resistenz gegen Chinolone.

 

Struktur:

 

Keimspektrum:

  • Chlamydien
  • E. coli
  • Proteus
  • Pseudomonas (gering)

Weiteres:

  • Aufgrund seines eingeschränkten Wirkspektrums wird es fast nur noch als Harnwegstherapeutikum bei unkomplizierten Infektionen verwendet. 
 Harnwegsinfekt