Fludrocortison - Astonin H©
Klasse: Mineralocorticoide
Wirkmechanismus:
vermehrte Synthese des epithelialen Natrium-Kanals (eNac) in der Niere nach Bindung an den intrazellulären Mineralocorticoidrezeptor (= ligandenregulierter Transkriptionsfaktor)
Dynamik:
- Steigerung des extrazellulären Volumens durch
- aktive Rückresorption von Natrium
- osmotische Retention von Wasser
- Kalium-Ausscheidung zum Ladungsausgleich gegen Natrium
Kinetik:
- orale Gabe, rasche enterale Resorption
- renale Elimination
- individuelle Dosisanpassung erforderlich
- relative mineralocorticoide Potenz = 125
relative glucocorticoide Potenz = 10
Anwendung:
- Substitutionstherapie bei
- primärer Nebennierenrindeninsuffizienz (Morbus Addison) in Kombination mit Cortisol
- androgenitalem Syndrom mit Salzverlust
- Kurzzeittherapie bei schwerer orthostatischer Hypotension,
wenn kausale Therapie und physikalische Maßnahmen nicht ausreichen
Kontraindikationen:
- Hypotonie auf Grund organischer Herzerkrankungen
- Hypertonie
- Hypokaliämie
- metabolische Alkalose
- alle Krankheiten, für die eine Blutdrucksteigerung oder eine Ödementstehung ein erhöhtes Risiko darstellen (sklerotische Gefäßveränderungen, Leberzirrhose, Niereninsuffizienz, Lungenödem, Phäochromozytom)
- Schwangerschaft und Stillzeit (außer bei Substitutionstherapie)
Nebenwirkungen:
- bei richtig eingestellter Substitutionstherapie treten keine Nebenwirkungen auf
- bei der Hypotoniebehandlung:
- Elektrolytstörungen (Hypokaliämie mit Gefahr von Herzrhythmusstörungen, Apathie, Obstipation, Muskelschwäche)
- Ödeme (Gewichtszunahme)
- Hypertonie, kardiale Hypertrophie
- Kopfschmerzen
Struktur:
synthetisches Mineralocorticoid, das sich nur durch ein Fluor-Atom in Position C9 von Cortisol unterscheidet