Amoxicillin - Amoxicillin -AL / -AZU / -Heyl / -ratiopharm / -STADA® etc©
Klasse: ß-Lactam Antibiotikum; Aminopenicillin
Amoxicillin ist ein ß-Lactam Antibiotikum mit erweitertem Wirkspektrum (Aminopenicillin)
Dynamik
durch Hemmung des Aufbaus der Bakterienzellwand in der Wachstumsphase der Bakterien bakterizid
bindet irreversibel an die bakteriellen Muerinsynthetasen, welche die Peptidoglycan-Stränge der Zellwand verknüpft; die Bakterienwand wird osmolabil und zerfällt
Wirkspektrum
Gram+ und Gram- Keime
Streptokokken
Pneumokokken
H. influenzae
E. coli (40% resistent)
Enterokokken
Listerien
Proteus mirabilis
Salmonellen
Shigellen
Neisseria gonorrhoea
Neisseria meningitides
nicht in das therapeutische Wirkungsspektrumvon fallen nahezu alle Indol-positiven Proteusarten, Klebsiellen, Enterobacter, Serratia, Pseudomonas, Stenotrophomonas maltophilia, Citrobacter und Penicillinase-bildende Bakterien
kann zur Resistenzvermeidung mit einem ß-Lactamaseinhibitor (z.B. Clavulansäure -> z.B. AUGMENTAN®) kombiniert werden, da es an sich nicht ß-lactamasestabil ist
Kinetik
HWZ: 0,9 - 1,2 h
Die Resorption wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt !
die orale Bioverfügbarkeit beträgt 70-90 %
Plasmaproteinbindung ca. 20%
Die Elimination erfolgt zu 70% unverändert renal, der Rest wird mit den Fäzes ausgeschieden
in den Liquor gehen bei intakten Meningen nur 5 % der Amoxicillin-Konzentration im Plasma über; bei entzündeten Meningen kann die Ampicillin-Konzentration im Liquor auf 50 % der Amoxicillin-Konzentration im Plasma ansteigen
Indikationen
Otitis media
Sinusitis
Tonsillitis
Pharyngitis
Infektionen der oberen und unteren Atemwege einschließlich Pertussis
Infektionen der Nieren und der ableitenden Harnwege
Infektionen der Geschlechtsorgane (einschließlich Gonorrhoe)
Infektionen der Gallenwege
Infektionen des Magen-Darm-Trakts (einschließlich der gesicherten Helicobacter pylori- Infektion in Form einer Tripel-Therapie)
Infektionen der Haut und der Weichteile
Endokarditisprophylaxe
Typhus abdominalis (einschließlich der Sanierung von Dauerauscheidern immer dann, wenn Fluorochinolone nicht anwendbar sind)
Osteitis, Osteomyelitis
Listeriose
Meningitis (zusammen mit einem liquorgängigen Antibiotikum)
Enterokokken-Endocarditis
Endokarditis-Prophylaxe
Listeriose
wird zur Eradikationstherapie von Helicobacter pylori verwendet
Nebenwirkungen
allergische Reaktionen
häufig (›1 %–‹10 %) sind allergische Reaktionen, meist in Form von Hautreaktionen (Exanthem, Juckreiz). Eine urtikarielle Sofortreaktion deutet meist auf eine echte Penicillinallergie hin und zwingt zum Abbruch der Therapie.
gelegentlich (›0,1 %–‹1 %) schwere, allergische Reaktionen als Folge einer Sensibilisierung gegen die 6-Amino-Penicillansäure-Gruppe, z. B. in Form von Arzneimittelfieber, Eosinophilie, angioneurotischem Ödem, Larynxödem, hämolytischer Anämie, allergischer Vaskulitis und reversibler interstitieller Nephritis
sehr selten (›0,01 %) kann es zum lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock kommen
Magen-Darm-Trakt
häufig (›1 %–‹10 %) Übelkeit, Erbrechen, epigastrische Schmerzen, weiche Stühle oder Diarrhöen, Enantheme und Schleimhautentzündungen, besonders im Bereich des Mundes.
gelegentlich (›0,1 %–‹1 %) vorübergehender Mundtrockenheit
sehr selten (›0,01 %) pseudomembranöse Enterokolitis (meist ausgelöst durch Clostridium difficile)
Sinnesorgane
gelegentlich (›0,1 %–‹1 %) vorrübergehenden Geschmacksveränderungen
Blut
sehr selten (›0,01 %) sind Blutbildveränderungen in Form von Granulozytopenie, Thrombozytopenie, Panzytopenie, Anämie oder Myelosuppression
Niere
sehr selten (›0,01 %) sind interstitielle Nephritis
sonstige
sehr selten (›0,01 %) Arzneimittelfieber
Interaktionen
sollte nicht mit bakteriostatisch wirkenden Chemotherapeutika/Antibiotika (wie z. B. Tetracycline, Makrolide, Sulfonamide oder Chloramphenicol) kombiniert werden
die gleichzeitige Gabe von Probenecid hemmt die tubuläre Sekretion von Amoxicillin und führt zu höheren und länger anhaltenden Amoxicillinspiegeln
die gleichzeitige Einnahme von Allopurinol kann das Auftreten von allergischen Hautreaktionen begünstigen
Diuretika beschleunigen die Ausscheidung von Amoxicillin
eine Resorptionserhöhung von gleichzeitig verabreichtem Digoxin ist möglich
bei gleichzeitiger Gabe von Antikoagulantien vom Cumarin-Typ kann die Blutungsneigung verstärkt werden
die Wirksamkeit von hormonalen Kontrazeptiva kann beeinträchtigt sein
Kontraindikationen
Penicillin-Allergie; Kreuzallergie bei Cephalosporinen
Resistenzen
relativ hoher Selektionsdruck des Amoxicillins mit dem Risiko einer nachfolgenden Resistenzentwicklung
Strukturformel
