Methyldopa - Dopegyt, Presinol, Methyldopa STADA©

Klasse: Antisympathotonikum

α-Methyldopa ist ein zentral wirksames Antisympathotonikum, das hauptsächlich in der Therapie der arteriellen Hypertonie in der Schwangerschaft eingesetzt wird.

Dynamik

  • α-Methyldopa wird in zentralen adrenergen Neuronen zunächst in α-Methyldopamin und dann in α-Methylnoradrenalin umgewandelt
  • α-Methylnoradrenalin hemmt die Dopadecarboxylase durch die Methylgruppe (siehe zusätzliche Informationen)
  • Folge: verminderte Synthese von Noradrenalin und antisympathotone Wirkung
  • Außerdem: agonistische Wirkung an α2-Rezeptoren im unteren Hirnstamm und damit Hemmung der Noradrenalinausschüttung ("falscher Transmitter")
  • Herunterfahren des Sympathikus, Senkung des Blutdrucks 

Kinetik 

  • ZNS-gängig (ebenfalls ZNS-gängiges Antihypertensivum: {{PC:Reserpin}})
  • orale Bioverfügbarkeit: ca. 25%
  • t1/2 1,5 h
  • Wirkungseintritt nach 2-3 h (i.v.), bzw. 6 h (p.o.) (Vorsicht: Wirkung hält bei oraler Gabe lange an, Kumulationsgefahr!)
  • Metabolisierung in der Leber, Elimination überwiegend renal

Indikationen

  • arterielle Hypertonie, falls andere Antihypertensiva nicht in Frage kommen
  • bei Schwangerschaftshypertonie Mittel der Wahl, da die meisten Erfahrungen und Studien vorliegen

Kontraindikationen

  • schwere Herzinsuffizienz
  • akute und chronische Lebererkrankungen
  • hämolytische Anämien
  • Phäochromozytom
  • Depressionen

Nebenwirkungen

  • hohes Risiko der Entwicklung allergischer Reaktionen (z.B. Fieber, selten Lupus erythematodes-Syndrom) 
  • Sedierung
  • psychische Veränderungen (z.B. Depressionen) 
  • Mundtrockenheit, Gastrointestinale Störungen
  • Leberschäden
  • Bradykardie
  • orthostatische Regulationsstörungen

Interaktionen

  • Verstärkung der Wirkung durch zentraldämpfende Pharmaka
  • Verminderte Resorption bei gleichzeitiger Eisen-Gabe
  • Abschwächung der Wirkung durch Sympathomimetika und trizyklische Antidepressiva 

Struktur

Methlydopa ist eine Aminosäure, die am α-C-Atom im Gegensatz zu Dopa noch eine weitere Methylgruppe besitzt:

 

Synthese von (Nor)Adrenalin und Eingriff von Methlydopa

 

Noradrenalin und Adrenalin werden aus der Aminosäure Tyrosin synthetisiert. Zunächst wird Tyrosin am C3-Atom hydroxiliert und es entsteht DOPA (3,4-Dihydroxyphenylalanin). DOPA wird von der DOPA-Decarboxylase zu Dopamin decarboxyliert. An dieser Stelle greift Methyldopa hemmend ein. Durch Hydroxylierung des Dopamins entsteht Noradrenalin, das wiederum durch Methylierung zu Adrenalin umgewandelt werden kann.

 Antisympathotonika, Antihypertensiva, Antihypertonika