Valsartan - Diovan, Provas©

Klasse: Sartane

Dynamik

  • Blutdrucksenkung: Valsartan hemmt selektiv und kompetitiv den Angiotensin II-Rezeptor AT1 (Gq/11). Dadurch wird sowohl die Angiotensin II vermittelte Vasokonstriktion, als auch eine erhöhte Aldosteronausschüttung verhindert. Es kommt zu einer einschleichenden Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems.
  • Der AT2-Rezeptor wird durch Valsartan nicht blockiert. So lassen sich eventuell organprotektive Eigenschaften von Valsartan erklären.
  • Da das Angiotentensin-Converting-Enzyme (ACE) durch Valsartan nicht beeinflusst wird, bleibt der Bradykinin-Stoffwechsel unbeeinträchtigt. Reizhusten als Nebenwirkung tritt damit praktisch nicht auf.

Kinetik

  • Der Wirkstoff wird oral in Tablettenform verabreicht. Seine Bioverfügbarkeit beträgt ca. 23%. Maximale Plasmaspiegel werden nach ungefähr 2h gemessen.
  • Die Halbwertszeit beträgt ca. 9h.
  • Der maximale blutdrucksenkende Effekt tritt nach ca. 4 Wochen auf und ist umso größer, je höher die Aktivität des Renin-Angiotensin-Systems ist.
  • Die Elimination erfolgt sowohl renal (30%), als auch bilär (70%).

Anwendung

  • 1. Essentielle Hypertonie: AT1-Antagonisten können gemäß eines Stufenplans zur Therapie bei essentieller Hypertonie in Kombination mit einem Saluretikum, ß-Blocker, Ca-Antagonisten u.a. kombiniert werden. In ihrer Wirksamkeit sind sie gegenüber ACE-Hemmern als gleichwertig einzustufen.
  • 2. Chronische Herinsuffizienz: AT1-Antagonisten können gemäß eines Stufenplans zur Therapie ("ABCD"-Schema) bei chronischer Herzinsuffizienz, bei ACE-Hemmer Intoleranz, in Kombination mit ß-Blockern, Thiaziden, Schleifendiuretika, Aldosteron-Antagonisten Digitalis und auch Ca-Antagonisten gegeben werden. Eine Mortalitätssenkung bei Behandlung mit AT1-Antagonisten ist belegt.
  • Nach einem 12h-10d zurückliegenden Myokardinfarkt.

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • schwere Leberfunktionsstörungen, Cholestase
  • schwere Nierenfunktionsstörungen, Nierenarterienstenose beidseits
  • primärer Hyperaldosteronismus (Conn-Syndrom)
  • Hypokaliämie
  • Volumenmangel

Nebenwirkungen

  • Kopfschmerzen tretten relativ häufig auf (10%)
  • Hypotonie und orthostatische Dysregulation, Schwindel
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Hypokaliämie
  • Müdigkeit
  • Neutropenie
  • abdominelle Schmerzen, Diarrhö, Übelkeit

Wechselwirkungen

  • Bei gleichzeitiger Gabe von kaliumsparenden Diuretika, Kaliumpräparaten oder Heparin besteht eine erhöhte Gefahr einer Hyperkaliämie.
  • Die gleichzeitige Einnahme von nicht-steroidalen Antiphlogistike (NSAIDS) schwächt die blutdrucksenkende Wirkung von Valsartan ab.
  • Die Wirkung anderer bei Hypertonie eingesetzter Arzneistoffe (z.B.: ACE-Hemmer oder ß-Blocker) wird verstärkt.

     

 Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist