Ciprofloxacin - Ciprobay©

Klasse: Fluochinolon

Dynamik

  • Ciprofloxacin ist ein Fluochinolon und gehört zur Klasse der Gyrasehemmer (2. Generation)
    • Es hemmt die Topoisomerase II, die die bakterielle DNA trennt und spiralisiert.
    • Dadurch mechanische Instabilität der Zellwand, bakterizide Wirkung.
  • Toxizität und Keimwirkung
    • Die menschliche DNA hat eine andere Konfiguration und wird nicht in Mitleidenschaft gezogen.
    • Wirkminderung durch: anaerobes, saures Milieu, langsames Bakterienwachstum, Chelatbildung mit Metallionen und Proteinsynthese-Inhibitoren
    • Ciprofloxacin wirkt gut gegen gram- Keime, aber auch Chlamydien und Pseudomonas
    • Die Wirkung gegen Staphylokokken und Streptokokken ist sehr gering.

Kinetik

  • Wird bei oraler Gabe gut resorbiert, orale Bioverfügbarkeit: 85%
  • Die Plasma-HWZ beträgt 3-5h
  • Die Plasmaeiweißbindung ist gering (ca. 35%)
  • Meist werden Chinolone hydroxyliert und glukoronidiert und renal eliminiert.
  • Die tubuläre Sekretion von Chinolonen ist durch Probenecid hemmbar.
  • Wirksame Konzentrationen auch im Urin (50%), Liqour wird nicht erreicht.
  • Ciprofloxacin ist plazentagängig.

Klassische Indikationen:

  • Harnwegsinfektionen und urogenitale Infektionen
  • Legionellen-Pneumonie
  • Salmonellose
  • intestinale und abdominelle Infektionen

Kontraindikationen

  • Schwangerschaft, Stillzeit
  • Kinder bis 16 Jahre
  • Epilepsie

Wechselwirkungen

  • erhöhte Spiegel von Theophyllin, Ciclosporin
  • erhöhte Krampfbereitschaft bei NSAID
  • verminderte Resorbtion bei Gabe mineralischer Antazida

Nebenwirkungen

  • Gastro-intestinale Störungen (8-15%)
  • Nervensystem (Hemmung der Bindung von GABA an den GABA-Rezeptor):
    • Verwirrtheit
    • Erregbarkeit
    • Krämpfe
    • Halluzinationen
    • Schlafstörungen
  • Knorpelschäden, Arthropathie, Tendinitis
  • Allergie, Photodermatose
  • Blutbildveränderungen (Anämie, Leukozytopenie)
  • Nebenwirkungen durch CYP4A4-Hemmung
  • Bei Glucose-6-DH Mangel kann es zur hämolytischen Anämie kommen

Resistenzsituation

  • Partielle Kreuzresistenz zu anderen Chinolonen.
  • Die Resistenzentwicklung schreitet langsamer voran als bei nicht-flourierten Chinolonen.
  • Einige Kokkenarten haben eine primäre Resistenz gegen Chinolone.

 

Struktur:

 

Keimspektrum:

  • Enterokokken
  • Pseudomonas
  • Hämophilus influenzae
  • Salmonella
  • E.coli

Weiteres:

  • Für ausreichende Flüssigkeitszufuhr sorgen!
  • Vielseitig verwendbar.
  • Ciprofloxacin ist auch zur Behandlung des Milzbrandes zugelassen.

 

 Gyrasehemmer, teratogen, Pseudomonas