Ceftriaxon - Rocephin©

Klasse: Cephalosporin

Dynamik

  • Ceftriaxon ist ein Cephalosporin der Gruppe 3a
    • Ebenso wie Penicilline hemmen die Cephalosporine den Aufbau der bakteriellen Zellwand. Auch sie verfügen über dem ß-Lactam-Ring
    • Sie inhibieren die bakteriellen Transpepdidasen und wirken sekundär bakterizid.
  • Toxizität und Keimwirkung
    • Die Cephalosporine der  Gruppe 3a wirken sehr gut gegen gram- Keime mit eingeschränkter Wirksamkeit im gram+ Spektrum.
    • Wie alle Cephalosporine ist auch Ceftriaxon gegen Enterokokken wirkungslos. (Enterokokkenlücke).
    • Pseudomonas, Mykoplasmen und Chlamydien werden nicht erfasst.
    • Ceftriaxon ist penicillinase-fest.

Kinetik

  • Ceftriaxon ist nicht säurestabil und muss daher i.v. appliziert werden.
  • Es hat eine Plasma-HWZ von ca. 6 bis 8h
  • Die Elimination erfolgt zu 60% unverändert renal, 40% werden biliär eliminiert.
  • Hat eine sehr hohe Plasmaproteinbindung (95%)
  • Die Gewebegängigkeit ist gut, der Liqour wird in wirksamer Konzentration erreicht.

Klassische Indikationen:

  • Mittel der 1. Wahl bei bakterieller Meningitis
  • Mittel der 1. Wahl bei Gonorrhoe
  • bei schweren Infektionen als kalkulierte Initialtherapie, z.B. bei
    • Sepsis
    • Pneumonie
    • Osteomyelitis
    • Neuroborreliose

Kontraindikationen

  • bekannte Allergie auf Penicilline
  • ikterische Neu- und Frühgeborene

Wechselwirkungen

  • Verstärkung der Nephrotoxizität von Aminoglycosiden
  • Verstärkung der Wirkung von Cumarinen
  • nicht mit bakteriostatischen Antibiotika kombinieren, da eine Wirkungsabschwächung stattfindet.

Nebenwirkungen

  • Allergie, anaphylaktische Reaktione, Exanthem
  • Gastrointestinale Beschwerden
  • Sludge-Phänomen der Gallenblase
  • Nephrotoxizität
  • Neurotoxizität
  • Hemmung des Vitamin K Stoffwechsels
  • selten Blutbildveränderungen (Granulozytopenie, Leukopenie)
  • Verstärkung der Bilirubintoxizität wegen Verdrängung aus der Proteinbindung

Resistenzsituation

  • Kreuzresistenzen bestehen zwischen den Cephalosporinen und den Penicillinen allgemein.
  • Cephalosporine sind penicillinase-stabil. Allerdings können die Erreger auch sog. Cephalosporinasen bilden um die Cephalosporine inaktivieren. 

 

Struktur:

 

Keimspektrum:

  • Hämophilus
  • Streptokokken
  • E.coli
  • Proteus
  • Klebsiella
  • Borellia burgdorferi
  • Gonokokken
  • Meningokokken

Weiteres:

  •  Tagestherapiekosten ca. 60 Euro
 Meningitis